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Zeiss Planetarium Bochum

 Der aktuelle Sternenhimmel
Frühjahr 2020

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Wenn Sie mit der Maus über das Sternenfeld wandern und ein Hand auftaucht,
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Text zur Sternkarte

15. Januar 3:00 MEZ

15. Februar 1:00 MEZ

15. März 23:00 MEZ

15. April 22:00 MESZ

Die langen Winternächte im Januar und Februar laden zur Himmelbeobachtung ein – allerdings ist warme Kleidung zu empfehlen. Im März werden die Tage dann wieder merklich länger. Am 20. März sind Tag und Nacht gleich lang: Der Frühling beginnt.

Das bekannteste aller Sternbilder, der Große Wagen, klettert von Januar bis April

am Abend im Osten immer höher. Im April steht er schon beinahe im Zenit. 

Der abendliche Himmel in den Wintermonaten schmückt sich in Richtung Süden

mit einer ganzen Reihe heller Sterne, die mit nur wenig Übung leicht zu

finden sind. Ein großes Sechseck aus hellen Sternen fällt besonders auf. Dies

ist kein Sternbild – dafür ist es am Himmel viel zu groß. Vielmehr gehört jeder der Sterne dieses Wintersechsecks zu einem eigenen, bekannten Sternbild. Am höchsten am Himmel steht Kapella im Fuhrmann. Aldebaran, südwestlich davon, bildet das rötliche Auge des Stiers. Die Plejaden, auch Siebengestirn genannt, finden sich im Rücken des Stiers. Südöstlich des Stiers glänzt eines der einprägsamsten Sternbilder am ganzen Himmel: der Orion. Zum Wintersechseck gehört das rechte Bein dieses Himmelsjägers, der Stern Rigel. Ebenso auffällig ist Beteigeuze, der linke Schulterstern, der rötlich leuchtet. Der südlichste Stern im Wintersechseck ist Sirius im Großen Hund. Dieser Stern ist zugleich der hellste am gesamten Himmel. Prokyon im Kleinen Hund und Pollux in den Zwillingen komplettieren das Wintersechseck. An einem Aprilabend ist das Wintersechseck schon weit in den Westen gerückt.

Im Osten und Süden machen sich besonders im März und April die Sternbilder des Frühlings bemerkbar. Am leichtesten kann man den Löwen finden, dessen Körper und Kopf sich aus zwei Sternen-Vierecken zusammensetzen. Aber auch die Jungfrau mit dem hellen Stern Spica und der rötliche Arktur im Bärenhüter gehören zu den himmlischen Frühlingsboten.

Die Planeten ziehen vor den Sternbildern ihre Bahnen. Sie sind immer wieder an anderen Orten zu sehen.

Am Abendhimmel ist von Januar bis Mai vor allem die innere Erdnachbarin Venus als strahlender Abendstern zu sehen. Auf ihrem schnellen Weg durch die Sternbilder durchquert sie den Wassermann, die Fische und den Widder, und erreicht schließlich den Stier. Nach Sonne und Mond ist sie das hellste Objekt am Himmel und schon in der Dämmerung auszumachen. Ende Januar verschwindet die Venus gegen 21:00 Uhr unter dem Horizont, Ende März erst gegen 23:30 (oder nach Mitternacht, wenn man die Sommerzeit berücksichtigt). Erst Ende April erreicht sie ihre größte Helligkeit, den „größten Glanz“. Das zu Jahresanfang noch kleine und rundliche Scheibchen der Venus erscheint im Fernrohr zunehmend größer und wird mehr und mehr zur Sichel. Besonders schön zu beobachten ist, wie die Venus um den 3. April herum durch den Sternhaufen der Plejaden wandert.

 

Der äußere Nachbarplanet der Erde, der rote Mars, taucht langsam wieder am Morgenhimmel auf. Im Januar geht er gegen 5:00 Uhr auf, steht im Skorpion und dann im Schlangenträger und ist kaum heller als ein heller Stern. Da er nicht weit vom ebenfalls roten hellsten Stern des Skorpions, Antares (dem „Gegenmars“), vorbeizieht, kann man die beiden gut miteinander vergleichen. Im Februar und März durchquert er den Schützen und wird dabei langsam heller. Im April hat er den Steinbock erreicht und klettert immerhin schon gegen 3:00 Uhr über den Horizont. Langsam wird er zu einem auffälligen Objekt, obwohl er seine größte Nähe zur Erde erst im Oktober erreichen wird.

 

Der Riesenplanet Jupiter ist im Januar am Morgenhimmel im Sternbild Schütze zu finden. Zu Jahresanfang geht er allerdings erst gegen 6:00 Uhr auf. Mitte März hat sich die Aufgangszeit schon auf kurz nach 3 Uhr (Sommerzeit: kurz nach 4:00 Uhr) verschoben, und Ende April erscheint der größte der Planeten schon gegen 2:30 MESZ über dem Horizont. Der Jupiter ist immer ein helles Objekt am Himmel, Am 20. März wandert der viel schwächere Mars weniger als 1° südlich am Jupiter vorbei.

 

Anfang Februar taucht auch der Ringplanet Saturn am Morgenhimmel auf. Er steht im Sternbild Schütze und bewegt sich nur sehr langsam. Immerhin überschreitet er am 21. März die Grenze zum Sternbild Steinbock. Wie der Jupiter wird auch der Saturn vom rötlichen Mars überholt, und zwar am 31. März. Ende April geht der fernste aller mit dem bloßen Auge sichtbaren Planeten schon um kurz vor 3:00 Uhr (MESZ) auf.

Wer einmal den innersten Planeten Merkur sehen möchte, der wegen seiner Sonnennähe immer schwer zu beobachten ist, hat dazu in der ersten Februarhälfte eine gute Gelegenheit. Etwa zwischen dem 5. und dem 12. Februar kann man versuchen, den schnellen Planeten in der Dämmerung tief im Westen aufzuspüren.